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»Der Siegermacher« - Rezensionen -

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Der Siegermacher, Agentenroman von H. Eichenberger

Alle Agentenromane von Eichenberger

»Der Autor geht in seiner detaillierten Beschreibung der Personen, Orte und Interna des Radsports und Dopings so weit, dass der Leser keinen Roman mehr liest sondern sich der unerbittlichen Wirklichkeit ausgesetzt sieht...«

»Kaum ein Krimiautor setzt tagesaktuelle wirtschaftspolitische Entwicklungen so schnell in durchdachte Plots um.«

Kulturmagazin der Zentralschweiz

 

Heinrich Eichenberger:
Der Siegermacher
Ill. Robin Schäfer
©2008, 406 Seiten
broschiert 21x14,3 cm
 

 

ISBN-13: 978-3-926396-70-9
ISBN-10: 3-926396-70-9
 

19,00 Euro

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Rezensionen »Der Siegermacher«

 

Reflektionen über
„Der Siegermacher“

08. Juli 2009; Katrin Rank

Katrin Rank, Atelier, Berlin

Für Freunde und Feinde des Radsports ein Muss.

Für Couchpotatoes eine geistige Adrenalinfahrt.

Richard, informeller Agent des britischen Geheimdienstes und menschlicher James Bond, hegt Zweifel an dem plötzlichen Unfalltod seiner Mitarbeiterin Mercedes. Bei seiner Suche nach Aufklärung gerät er in mafiöse Seilschaften des Radsports.

Dieser Sport, metaphorisch für Geschwindigkeit, steht in diesem Agentenroman für die rasante Abfolge von Ereignissen. Bei einer Schnitzeljagd quer durch Europa dröselt unser moderner Held Richard das dicht gewebte Netz, des scheinbar nicht mehr existenten kalten Krieges, Stück für Stück auf und macht so sichtbar, dass die Marionettenspieler unserer Gesellschaft nur ihren Namen, nicht jedoch ihre Methoden ändern.

Der Autor geht in seiner detaillierten Beschreibung der Personen, Orte und Interna des Radsports und Dopings so weit, dass der Leser keinen Roman mehr liest sondern sich der unerbittlichen Wirklichkeit ausgesetzt sieht.

Während des Lesens entwickeln sich so klare visuelle Vorstellungen, dass man sich automatisch den Film zum Buch wünscht, der gewiss Potenzial zu einem Blockbuster hätte.

Nach Beendigung dieses Romans (Thrillers) werden in Zukunft Zweifel am gerechten Sieg und Bedenken einer Dopingüberführung in Fleisch und Blut übergehen.

Katrin Rank, Berlin  http://www.kathrin-rank.de/

 

 

 

Die Realität hinterm Doping im Radsport - Spannung pur!

Wenn man den Medienberichten zum Doping im Radsport folgt, geht einem jedes Gefühl dafür verloren, daß sich dahinter reale Menschen aus dem Hier & Jetzt verbergen.
In "Der Siegermacher" von Heinrich Eichenberger, erschienen 2008 im Berliner Holzinger Verlag, wurde die literarische Form des Romans gewählt, um das Thema gründlich auszuleuchten. Abseits der auf Quote ausgerichteten Medien-"Schreibe" und der "gutachterlichen Stellungnahmen", die im Internet zuhauf kursieren, gelingt es dem Autor, Menschen über einen spannenden Agenten-Plot an das Thema Doping im Radsport heranzuführen.
Und dies spürt auch der Laie: Das Buch ist kein Routine-Diktat eines Krimi-Lohn-Schreibers, sondern fundierte Analyse. Eichenberger weiß, worüber er spricht und exakt das zeichnet den Roman aus: Als ehemaliger Schlapphut aus dem Wirtschaftsumfeld gelingt es ihm überzeugend, die vielen Facetten seines Themas stilsicher vor seinen Lesern auszubreiten.
Daß das dann auch noch hochspannend und mehrdimensional daherkommt, zeichnet Eichenberger auch als guten Autoren aus.
Von dieser Art der thematischen Aufarbeitung von Themen, die die breite Masse oft nur oberflächlich erreichen, wünscht man sich gerne mehr. In der anglo-amerikanischen Literatur ist das lange an der Tagesordnung: Reale Wissenschaft, tatsächliche Historie und wirkliche Wirtschaft, umgesetzt in spannende Romane, angesiedelt zwischen Fiktion und Realität.
Wünschen wir uns auch für den deutschen Buchmarkt mehr davon. Eichenberger und sein "Siegermacher" können da als Leitstern dienen!

Alexander Kaufmann, Berlin

Alexander Kaufmann

 
 

Besprechung

 von Peter Hediger, Verteidigungsattaché a. D.

Jeder sportliche Grossanlass, von der Olympiade bis zur Tour de France, bringt das lästige Thema des Doping immer wieder in die Medien. Sportbegeisterte und Sportverdrossene reagieren gleichermassen immer mehr abgestumpft auf die mit Sicherheit immer wiederkehrenden und nie abbrechenden Fälle von mutmasslichem und bewiesenem unfairem Wettbewerb und sportlichem Missbrauch. Heinrich Eichenberger schreibt Agentenromane und nicht einfach Krimis. Das ist ein feiner, aber bedeutsamer Unterschied, wenn es diesmal darum geht, die schmutzigen Machenschaften und Hintergründe des sportlichen Wettkampfes auszuleuchten und die brutale Kommerzialisierung vermeintlicher körperlicher Höchstleistungen aufzuzeigen.

Die Protagonisten, welche diese Aufgabe angehen, bzw. ursprünglich nicht ganz freiwillig in diese Angelegenheit hineinschlittern, sind Richard Henry Harriott und seine vertraute Partnerin Mercedes de Cárdenas von Palma Management, eines auf Mallorca domizilierten privaten Nachrichtenunternehmens für Geschäftsleute sowie deren Auftraggeber, nur bekannt als Sir Alec, eines auch im Ruhestand aktiv gebliebenen britischen Nachrichtendienstchefs. Wer mit den bisher erschienen fünf Werken des Autors vertraut ist, kennt die genannten Personen bereits ziemlich gut.

Autor Eichenberger ist aber immer wieder für eine Überraschung gut. Gleich zu Beginn des neuesten Romans erleidet Senora de Cárdenas, vor allem zur Irritation jener Leser, die in früheren Werken Eichenbergers mit ihr Bekanntschaft geschlossen haben, einen tödlichen Autounfall in einer abgelegenen Gegend in einem der neuen deutschen Bundesländer. Das darf doch nicht sein, das würde ja auf ein Ende der Serie der Fälle von Sir Alec deuten. Obwohl gewisse Zweifel an ihrem Tod auftauchen, bestätigt ein DNA-Test im Verlauf des Buches das Unfassbare. 

Damit ist im Siegermacher das erste Spannungsfeld geschaffen, in dem Richard alle Anstrengungen auf die Umstände und Aufklärung dieses Todesfalles konzentriert. In einem scheinbar unabhängigen Spannungsfeld wird Richard auf einen italienischen NATO-General und dessen zweifelhafte Finanztransaktionen, die über ein Zürcher Anwaltsbüro laufen, angesetzt. Der Hauptteil des Romans besteht nun darin, dass diese beiden Spannungsfelder sich langsam auf einander zu bewegen und sich immer mehr überlappen und dadurch ein neues Spannungsfeld generieren. In diesem spielt der Profiradsportler Massimo, Sohn des erwähnten NATO-Generals, sowie dessen Stiefmutter eine zentrale Rolle.

Was sich zwischen dem Vater als finanzierendem Betreuer und dem Sohn als Exponenten auf dem Rennrad abspielt, wird an anderer Stelle im Roman zwischen dem aus der ehemaligen DDR stammenden Brüderpaar Beier aufgezeigt. Sportliche Höchstleistungen des schwitzenden Pedalentreters auf dem heissen Asphalt sind nur nebensächlich und im voraus arrangiert. Diese Akteure sind bestenfalls Submarionetten, die an den Fäden fragwürdiger Sportärzte hängen, die ihrerseits wiederum von skrupellosen, ausschliesslich an finanziellem Gewinn interessierten Kriminellen, eben den Siegermachern, gezogen werden.  Ein temporärer 2. Platz Massimos in einem Rennen in Südafrika ändert nichts an dieser Situation. Vielmehr scheint hier auf besonders makabere Art zu gelten: „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen“. Er wird sogar genötigt zu gehen, wenn er sich der unvorteilhaften Vertragsbedingungen mit der Werbebranche, die der Siegermacher ihm diktiert hat, bewusst wird und dagegen aufzubegehren versucht. Wer zu solchen Erkenntnissen vorstösst, wird nicht mit Samthandschuhen angefasst. Dafür sorgen ehemalige Stasi-Schergen. Richard hat bei seinen Ermittlungen eine Kostprobe davon abbekommen.

Es gehört zu den Stärken von Eichenbergers Agentenroman, dass der Bösewicht des Siegermachers im vorliegenden Roman keineswegs den landläufigen Vorstellungen seiner Rolle entspricht. Stattdessen handelt es sich um einen im gesellschaftlichen Umgang geschliffenen, integrierten Lebemann, welcher als perfekter Gastgeber auf seiner mondänen Yacht im Mittelmeer kreuzt und nicht nur den italienischen Verteidigungsminister, sondern auch Sir Alec gekonnt an Bord zu empfangen weiss . . .

 Mehr soll hier zum Inhalt nicht verraten werden. Angesichts des fulminanten Feuerwerks der Szenenfolge wäre das auch gar nicht möglich. Ausserdem darf es nicht Aufgabe einer Besprechung sein, die Spannung des Buches vor der Lektüre zu brechen. Eichenberger ist kein Freund von ausführlichen Beschreibungen des Atmosphärischen oder der Umwelt. Selbst die Unterkapitel sind nur mit einer knappen Ortsangabe eingeleitet. Über sein zweites alter ego neben Richard, äussert der Autor sich treffend: „Floskeln und Vorreden waren nicht Sache von Sir Alec, hatte er es nicht mit schönen Frauen zu tun“.

 Eichenberger fokussiert auf Dialoge, die er ungeschminkt wieder gibt. Wo nötig, baut er allenfalls noch Kommentare ein, welche zum Inhalt der geführten Gespräche oder zu einem spezifischen Verhalten der Romanfiguren fachliche nachrichtendienstliche Erläuterungen abgeben. Diese Kommentare bilden gegebenenfalls das reale Standbein des fiktiven Siegermachers, ohne damit allerdings auf Kosten der Spannung in einen wissenschaftlich anmutenden trockenen Fachjargon zu verfallen. Auch mit dem Schluss des Romans macht es sich der Autor nicht leicht. Da ist kein Schwarz-Weiss Bereich mit scharfer Trennlinie, die eine Überführung und Bestrafung der Schuldigen und einem Happy End mit Siegerehrung ermöglicht. Dazu sind die Unzulänglichkeiten der Justiz auch im Roman noch viel zu stark dem realen Leben entnommen. Dies ist ein letzter wichtiger Aspekt, der trotz der Intensität des Inhalts und den dicht aufeinander folgenden Szenenwechseln den Leser mit Genuss und Gewinn beschert.


Stephanie Kirschbaum, Osnabrück:

»Nichts ist spannender als wenn ein Insider auspackt. Wenn es sich bei dem Insider dann noch um einen ehemaligen Geheimdienstmitarbeiter handelt und dieser es versteht, die Spannung der Story über das geschriebene Wort erfolgreich zu transportieren, werden die Nerven des Lesers bis zum Zerreißen gespannt und schlaflose Nächte garantiert. Heinrich Eichenberger vereint all das in seinem neuesten Roman ...«

 


Lesen Sie auch »Ex-Geheimdienstler schreibt Romane« Buchbesprechung

 
  DRS1: Geheimdienst-Vergangenheit liefert Roman-Ideen

Heinrich Eichenberger: Der Siegermacher. Ein neuer Fall für Sir Alec. Agentenroman. Hubert W. Holzinger Verlag, Berlin 2008.

 

 

Inhalt

Leseprobe

Interview: »Ich habe meine Waffe zurückgegeben...«

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Kirschbaum: Optionsscheine Busch, Stiefel, Malbuch Tulip Kirschbaum: Optionsscheine Bannier: Nackt Eichenberger: Der Siegermacher Auf der Suche nach Liebe Die Rentnerfarm
Schleifchenspiel Conradt: Träume von Avalon Ruge: Nina Christin will nur eins Bannier: Nackt Kleine Fluchten aus dem Staatsdienst Gohlke: Ohne Sinn Sprai: Liebe, Lust, Frust Hanstein/Puschkin
Conradt: Irmchen 4 Pranner: Der unverhoffte Stoß Painter: Integration Kleine Fluchten aus dem Staatsdienst Winkler: In Harmonie mit dem Universum Ruge Alexander Conradt: Irmchen II Wech u. a. Gedichte
Entscheidung für die Hölle Eichenberger: Faule Eier Friese/Kowalsky: Fluchtgefahr Kinderbuch: Kater Blödi Erlebnis an der Grenze Eichenberger: Der Siegermacher Kinderbuch: Kater Blödi
Gesamtverzeichnis Parkinson: Durch die Hölle einer Krankheit Kurt Kowalsky: Fliegen müsste man können Kowalsky, Busch: Euer Zirkus mein Leben Wie knipst ein Glühwürmchen sein Licht an? Gluehwurm Liebe Börsenstrategien zwischen Wunder, Wahn u. Aberglauben Jack Painter: Posturale Integration
Eichenberger: Faule Eier Der schönste Katzenroman der Welt Conradt, Alexander: Irmchen Der Gierfaktor von H. Eichenberger und Kurt Kowalsky, Holzinger-Verlag Hoppe: Der Wettbewerb der Gauner Stefan Blankertz: Die Literatte

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